28 Rucksackmütter beenden Lerneinheit

20140625 01 Foto Rucksack _ Bergabe Zert
 
 

Wieder „volles Haus“ im Café Marie

28 Laatzenerinnen aus unterschiedlichen Herkunftsländern feierten heute Abschied von ihren Lerngruppen und gleichzeitig ihre Lernerfolge. „Ich danke Ihnen für ihr Engagement, sich in unsere Gesellschaft integrieren zu wollen.“, lobte Bürgermeister Thomas Prinz die Frauen, die in vielen Stunden nicht nur viel zur Deutschen Sprache sondern auch zur Deutschen Kultur gelernt haben.

 

Die Danksagungen gingen aber auch weiter: Viele Köpfe sind nötig, um das Projekt in jedem Jahr wieder auf die Beine zu stellen. „Ohne die tollen Dozentinnen könnten wir diese Kurse nicht anbieten.“, freut sich Projektkoordinatorin Maria Jakob.

Gemeinsam mit der Grundschule Pestalozzistraße und der Kindertagesstätte Brucknerweg wurde die Lerngruppen auf die Beine gestellt. „Freut euch über eure Lernerfolge.“, ruft Dozentin Lili Farshchi stolz in das volle Cafe Marie. Lili Farshchi, bereits seit 2009 als Dozentin dabei, wird liebe voll auch Frau Rucksack genannt, da sie seitdem aus diesem Lernprojekt vielen bekannt ist.

 Viele Mütter waren mit ihren Kindern zum Frühstück gekommen, um heute ihre Teilnahmebescheinigungen und ein Kinderbuch als Abschiedsgeschenk in Empfang zu nehmen. Trommler Mohammed sorgte für einen lebendigen Rahmen während der Abschiedsfeier.

 

Fotos: Stadt Laatzen:

Übergabe Zert: Frau Saadie Mehmed  nimmt im Beisein von Frau Farshchi  die Teilnahmebescheinigung von Bürgermeister Thomas Prinz entgegen

Gruppe: 28 Laatzenerinnen aus unterschiedlichen Herkunftsländern nahmen heute Abschied von ihren Lerngruppe

Trommler: Der Trommler Mohamed sorgte für den musikalischen Rahmen im Stadthaus.

 

 

 

 

Was ist Rucksack?

 

Die Idee und Ziele des Projektes

Das Rucksackprogramm setzt im Elementarbereich an, weil hier im Kontext des regelmäßigen Kindergarten- und Grundschulbesuches die Möglichkeit besteht, Eltern für die Mitwirkung an den Erziehungs- und Lernprozessen zu gewinnen. Dabei verfolgt das Rucksackprojekt zwei große Ziele:

die parallele Förderung der muttersprachlichen Kompetenzen und der deutschen Sprache durch die Zusammenarbeit von Elternhaus und der Kindergarten- und Grundschuleinrichtungen, sowie

die Einebnung einer institutionellen Sprachförderung in ein Gesamtkonzept interkulturellen Lernens und ebenbürtiger Integrationsförderung.

Rucksack in Laatzen

Seit 2009 nimmt die Stadt Laatzen an dem Sprachförderprogramm und dem Elternbildungsprogramm Kita- und Schule Rucksack für Migranten/innen teil. Bis jetzt haben sich die Grundschule Pestalozzistrasse und Schule Am Kiefernweg mit daran beteiligt.

Im Weiteren wurde im Jahr 2012 das Kita-Rucksackprojekt  an zwei Kindertagesstätten aktiviert, hier in den Kindertagesstätten „Im Langen Feld“ und im „Brucknerweg“. Im Sommer 2013 wurde eine neue Gruppe „Griffbereit“ in der  Kita Thomaskirchengemeinde installiert. Griffbereit als Programm zur Bildung und Sprachförderung für  Eltern mit ein- bis dreijährigen Kindern.

 

Im Jahr 2013 fand eine Rucksackprojektkonzeptionsbearbeitung statt.  Das Projekt läuft seit Sommer 2013 unter einer neuen Name: ErWin (Lernen, Wissen, Können für Mütter), hier in Anlehnung an das Kita- Schule- Rucksackprogramm.

 

Verlauf des Projektes

Bei den Treffen der Müttergruppen werden Themen bearbeitet, die der Erfah­rungswelt der Kinder und den Themen des Kindergartenalltags entsprechen.

Die Mütter nehmen Wochenpläne mit Anregungen und Übungen, die sie in der Müttergruppe besprochen und geübt haben, mit nach Hause, um sie dort in der Woche täglich mit ihrem Kind durchzuführen.

Parallel zu den Aktivitäten der Mütter mit ihren Kindern, die in der jeweiligen Muttersprache stattfinden, greifen die Erzieherinnen in den Kitas dieselben Themen und Wortfelder in der deutschen Sprache auf und ermöglichen so die parallele Erweiterung und Festigung des kindlichen Wortschatzes.

Die Stadtteilmutter und die jeweils zuständigen Erzieherinnen einer Kita und der Schule  tau­schen sich regelmäßig über ihre Arbeit zu den Rucksack-Themen aus.

Es finden regelmäßige Treffen der Beteiligten einer Kita mit dem Träger statt, um die pädagogische Begleitung der parallelen Förderung zu gewährleisten.

Das Rucksack/ErWin-Material enthält vielfältige didaktische Materialien, die Eltern in Form von Wochenplänen Anregungen und Ideen für die Förderung ihrer Kinder bieten. Es wurde ins Deutsche und in verschiedene Sprachen übersetzt und bildet die Grundla­ge der Arbeit in den Müttergruppen. Da das Projekt nur funktioniert, wenn für die Be­teiligten ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch sowie regelmäßige Begleitung und weitere Qualifizierung ermöglicht werden, muss der Träger die Koordination, die pä­dagogische Fachberatung und die Anleitung der Stadtteilmütter gewährleisten.

 

Das Projekt besteht aus 9 Lehrmodulen, die innerhalb von 1- bis 2 Jahren durchgeführt werden müssen.  Die Bearbeitung der Module und Lehrinhalte orientiert sich nach Bedarf der Zielgruppe.