Motorradtour 2013

Fliegerhorst Wunstorf

… der mit dem Bürgermeister fährt …

Heute Morgen früh konnte ich mich nur sehr schwer entscheiden: Ich hatte mich schon darauf eingestellt, zum Autohof nach Bantorf zu fahren, von wo aus meine Roller- Touring- Freunde eine Tour durchs Weserbergland und den Solling starten wollten. Sicherheitshalber warf ich gegen 9.OO Uhr noch einen Blick auf die Homepage von RTF, ob dort nicht kurzfristig – wie’s schon mal war – wegen Regen wieder abgesagt wurde. Ich hatte noch 5 Minuten Zeit und da schaute ich noch mal in den Terminkalender. Dort war neben der Weserbergland/Solling-Fahrt dann auch noch die „Bürgermeister-Tour“ vermerkt. Ja, und da ich aufgrund positiver Erfahrungen aus Vorjahren schon darauf gewartet hatte, der Termin mir aber zwischenzeitlich entfallen war, habe ich mich hierfür entschieden, 1. weil hierbei ein Besuch des kleinen Flugzeugmuseums im Fliegerhorst Wunstorf vorgesehen war und 2. weil der Startpunkt Koldingen für mich etwas näher lag.

Als ich am Startpunkt ankomme - gerade noch pünktlich – winkte Thomas Prinz, der Bürgermeister von Laatzen die weiter eintrudelnden Mopped-Fahrer/innen schon weiter nach vorn, damit niemand auf der Straße stehen musste. Wer nun angesichts der zahlreich versammelten Biker erwartet hätte, sich hier bei einer Demo des ADAC gegen Mautgebühren oder eine Wahlveranstaltung mit Kugelschreiber-Ausgaben und Fähnchen-Verteilung einzufinden, wurde enttäuscht. Thomas Prinz wäre sicher nicht um eine Wahl-Empfehlung verlegen gewesen, wenn er darum gebeten worden wäre. Hat aber – soweit mir bekannt, niemand danach gefragt! Ca. 55 bis 60 Biker einschließlich Sozia, Beiwagen-Gespanne und (motorbetriebenem) Dreirad drängeln sich auf den kleinen Parkplatz von Koldingen. Neben mir ist nur noch 1 weiterer Rollerfahrer mit Peiner Kennzeichen vertreten. Na, die anderen RollerfahrerInnen sind sicher auf der Weserbergland/ Solling- Tour …? , denn die Motorrad-ler von den Roller- Touring- Freunden sind ja hier bei der Bürgermeister-Tour: Karin, Thomas, Jan, Günther und der (große) Claus. So fühle ich mich nicht ganz so einsam mit meinem kleinen 400-er Burgman unter all den Asphalt-Schleifern auf ihren PS- schweren Boliden. Wie auch in den Vorjahren wird aufgeteilt in 4 Gruppen mit je ca. 15 Fahrzeugen bei kurzer Ansage zur Fahrt-Strecke, zu den Zwischenzielen und Regeln bei Fahren in der Kolonne. Die Gruppen teilen sich auf je nach Vorwärtsdrang-Bedürfnis; die 1. Gruppe hat es am eiligsten und die 4. und letzte, in die ich mich gemeinsam mit anderen RTF-lern einreihe, lässt sich die meiste Zeit, lässt aber immer noch die Blümchen am Wegesrand stehen. Thomas Prinz führt diese Gruppe an, so würde er mitbekommen, wenn jemand auch von den vorausfahrenden auf der Strecke bleibt.

 

Die Strecke führt westlich an Hannover vorbei über Hiddestorf, Weetzen, Lathwehren, Schloß Ricklingen bis zur ersten Pause in Großenheidorn. Wer will, kann hier noch sein Frühstück nachholen um dann direkt zum Fliegerhorst Wunstorf zu fahren. Im dortigen kleinen Flugzeug-Museum, das sich hauptsächlich auf die Ju 52 konzentriert, bekommen wir vom Museumsleiter und vom 1. Vorsitzenden des Museumsvereins eine spannende Geschichte um den Einsatz von insgesamt 5 Maschinen dieses Typs im 2. Weltkrieg und die Bergung aus einem kleinen See in Nord-Norwegen, nahe Narvik 1986(?) zu hören. Eine dieser geborgenen Flugzeuge wurde total demontiert, gereinigt, auf Tieflader verfrachtet und original wieder aufgebaut und ist nun im Museum auf dem Gelände des Fliegerhorstes neben anderen Utensilien zu bestaunen.Auf dem Außengelände können wir dann neben kleineren Flugzeugen und Transport-Hubschraubern eine Transall besichtigen und erfahren auch einige Details über deren Einsatz, z. B. dass es ca. 5 Klima-Zonen im Lade- und Transportraum gibt: die erste, hinter dem Cockpit ca. 30 Grad, die 2. dahinter um die 40 Grad, dann wieder eine mit ca. 30 Grad und danach geht der Temperatur-Bereich von angenehmen 25 bis hinunter zu 10 Grad. Auch über die hygienischen Verhältnisse bei dringenden menschlichen Bedürfnissen werden wir informiert. Das beeindruckt und bestärkt mich in dem festen Glauben, in meinem Leben hier nichts Wichtiges versäumt zu haben, wenngleich ich großen Respekt habe vor den Frauen und Männern, die unter solchen Bedingungen im Einsatz sind.

 

Nach diesem Teil der Erwachsenen-Bildung geht es zum Haupt-Teil dieser „Bürgermeister-Tour“: durchs Weserbergland teils über kleine Nebenstraßen durch die Orte Steinhude, Lindhorst, Vornhagen, Obernkirchen, Deckbergen. Nach ca. 2 Stunden kehren wir am Nachmittag ein in einem Lokal nahe der Schaumburg http://www.schaumburger-ritter.de/ . Thomas Prinz hatte dort schon am Morgen angekündigt, wie viele Leute einfallen werden. Nun ist ja Kaffee-trinkens-Zeit und das Personal hat wohl gedacht, die Biker stürzen sich alle nur auf den leckeren Kuchen. Da uns aber gesagt wurde, dass auch anderer kalorienhaltiger Imbiss serviert und dies auch auf der ausgelegten Speisekarte angeboten wird, bringen wir die ganze Verpflegungslogistik durcheinander. Anständige Biker geben sich nicht mit labberigem Frucht- und Sahne-Aufstrich belegten Teigwaren ab. Die stehen schließlich auf Currywurst mit Pommes oder Bratkartoffeln. Das wird auch geliefert. Nur offensichtlich in umgekehrter Reihenfolge der Bestellungen. So müssen einige Erst-Besteller, deren knurrende Mägen schon von weitem zu hören waren, schmachtend zusehen, wie die begehrten appetitanregenden kulinarischen Kostbarkeiten fortwährend vor ihren Augen aber an ihnen vorbei zu später gekommenen Gästen gebracht werden. Nach einer ¾ Std. erfolglosem Protest geben sie endlich auf und verlassen das Lokal. Karin und Thomas, die offensichtlich wegen ihres sympathischen Aussehens bevorzugt bedient werden, haben keinen Grund sich zu beklagen – weder über die Qualität noch über die Wartezeit. Es geht eben nicht immer gerecht zu in dieser Welt!

Die letzte Etappe geht dann über Auetal, Pohle, Hamelspringe, Eldagsen und Pattensen wieder zum Startpunkt in Koldingen. Entgegen einiger Befürchtungen angesichts tief hängender Wolken hielten diese sich mit ihrem Inkontinenz-Verhalten sehr zurück. Die paar Regentropfen bedeckten lediglich unsere Helmvisiere aber nicht die Straßen, so dass von dort keine Gefährdungen verursacht wurden. Alle Teilnehmer müssen wohl auch hinreichend diszipliniert gewesen sein, jedenfalls waren keine Karambolagen zu beklagen. Vielleicht hat der eine oder andere Entscheidungsschwierigkeiten beim versetzt fahren und dabei die Spur halten. Das bringt dann schon Unruhe in die nachfolgenden Biker. Als unmittelbar Betroffener empfehle ich dann, dieses Wechselspiel nicht mitzumachen und bei nächster Gelegenheit ein paar höfliche aber klare Worte auszusprechen (bei unseren Roller- Touring- Freunden überlasse ich das dann gern unserm großen Claus) oder mir einen anderen Vorausfahrenden auszusuchen.

Weitere Beschwerden habe ich nicht mitbekommen. Ich wüsste auch nicht, worüber. Ich fand auch die diesjährige Bürgermeister-Tour wieder super von ihm und seinen Helfern vorbereitet und organisiert. Für das Miss-Management im Lokal kann ich Thomas Prinz nun wirklich nicht verantwortlich machen, allenfalls für den ausbleibenden Regen und die ausgebliebene Wahl-Empfehlung, aber damit kann ich leben.

Danke für den schönen Tag!

Bernd Künz

Quelle: Roller-Toring-Freunde Hannover

 

Bürgermeistertour 2013

Einmal im Jahr ist Bürgermeistertour. Das ist immer sehr schön, und da bin ich gern dabei. In den letzten zwei Jahren hatte ich andere Termine und konnte nicht. Diesmal soll es aber losgehen. Leider sind die Wetteraussichten schlecht. Hoffentlich fällt das nicht ins Wasser, dazu hätte ich dann doch keine Lust.

Es ist Sonntagmorgen, das Wetter berappelt sich, ich mich auch. Kaffee und eine Scheibe Brot einpacken, schnell noch tanken, dann bin ich sehr pünktlich beim Treffpunkt in Koldingen. Nach und nach treffen doch mehr Leute ein, als ich dachte. Es werden knapp sechzig und ich freue mich, den einen oder anderen Bekannten zu sehen. Eine große Gruppe sind die Seniorenrocker aus Laatzen. Außerdem sind auch wieder ein paar Leute von unserem Rollerclub dabei.

Es kommt die übliche Begrüßungsansprache, Kolonnenfahren, versetzt fahren usw. (ein paar wenige haben das wohl nicht verstanden) und die Einteilung in Gruppen. Als bekennender Blümchenpflücker bleibe ich natürlich bei den langsamsten. Kurz nach zehn geht es los. Ein bisschen durch das Calenberger Land bis kurz vor Seelze. Bei Luthe ist die Straße gesperrt, das bedeutet umkehren. Darum kommen wir über eine noch schönere Strecke über Schloss Ricklingen und Bordenau bis nach Großenheidorn. Da sind wir in einem griechischen Restaurant angemeldet. Gegenüber ist ein großer Parkplatz eines Supermarktes. Das passt.

 

Nach angemessener Pause geht es ein Stück zurück zur Ju-52-Halle. Ich war zwar schon mal da, aber es war recht interessant. Die beiden Herren konnten uns die Ju 52 und die Transall gut und unterhaltsam erklären. Aber nach zwei Stunden wird es Zeit, weiterzufahren.

 

Über Steinhude, Hagenburg, Idensen und Lindhorst geht es auf die schöne Straße am Berg oberhalb von Stadthagen. Bei der Süßen Mutter vorbei über Deckbergen kommen wir mit kleinen Schlenkern zur Schaumburg. Beim http://www.schaumburger-ritter.de/ ist noch eine längere Rast. Das Restaurant ist zwar informiert über unser Erscheinen, aber die haben wohl mehr mit Kaffee und Kuchen gerechnet. Viele wollten aber etwas Handfestes. Und so kommt es, dass ausgerechnet die, die als Erste bestellt hatten nach einer knappen Stunde das Lokal wieder verlassen , ohne bedient worden zu sein.

Nach etwa einer Stunde geht es dann auf den Rückweg. Über Auetal, Bad Münder und Eldagsen geht es über schöne Straßen wieder nach Koldingen, wo wir gegen 18:00 Uhr wieder eintreffen. Die Versammlung löst sich so schnell auf, dass ich gar keine Gelegenheit habe, mich beim Organisator für diesen schönen Tag zu bedanken.

Die Tour war ca 185 km lang, das Wetter hat sich gut gehalten, die Tour war sehr schön, schade, dass so was nur einmal im Jahr stattfindet.

Claus Schneider

Quelle: Roller-Touring-Freunde Hannover